(Un-) kraut

Ich hör’ die zarten Töne meines Windspiels,
sie umschmeicheln und umgarnen mich
wie der Sommerhauch des Windes
und das Plätschern eines fernen Brunnens.

Losgelöst vom Alltag, träumend
sitze ich im alten Garten,
sehe plötzlich Farben, Blüten,
wie ich sie zuvor nie sah.

Erinnerungen tauchen auf,
Gefühle, die ich tief vergraben glaubte,
winden sich und drängen sich
wie Efeu an dem alten Baum hinauf.

Sehnsucht ist dem Unkraut gleich,
du kannst schneiden, rupfen und dich mühen
und wirst doch niemals sie vernichten,
denn tief im Herzen überwintert sie.

©Elke Heinze/2004


 

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